Josie gibt auf sich acht

Ein Kinderbuch. Mit Illustrationen von Anna Lukossek.
Erschienen im Deutschen Apotheker Verlag 2024

Wenn man an  Kinder-Gesundheit denkt, dann stehen neben den Eltern die Kinderärzte im Fokus, die bei jedem Problem von A (Augeninfektion) bis Z (verstauchter Zeh) helfen können. Selbst bei gravierenden und lebensbedrohlichen Krankheiten ist es heutzutage möglich, einen Weg zu finden, diese zu überwinden – wenigstens in den allermeisten Fällen. Kinder-Gesundheit braucht geeignete Rahmenbedingungen und immer wieder neu gedachte und umgesetzte Ideen von allen am Gesundheitswesen Beteiligten. 


Ich finde wichtig, dass Kinder und Jugendliche nicht nur Objekte von Wissensvermittlung sind, sondern selber handelnd werden: Mit ein wenig Anleitung können sie lernen, selbst Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen: im Grundschulalter kann das bedeuten, dass sie erfahren, wie sie eine Erkältung am besten überstehen, wie man eine kleine Wunde versorgt oder dass ein Läusebefall der Kopfhaut keine Katastrophe ist. Mit fortschreitendem Alter können Themen die Prävention des Rauchens, eine gesunde Ernährung oder die Folgen von Alkoholkonsum sein. Es gibt eine Vielzahl von Themen - und ich möchte einen Beitrag leisten.

 

Aus : Annette Diekmann-Müller: „Josie gibt auf sich acht. Geschichten vom Gesundwerden und Gesundbleiben“. Deutscher Apotheker Verlag 2024 

 

Der Schulsanitäterkurs – oder: Hauptsache man weiß, wie Hilfe geht 

Ziemlich bald nach den Ferien, wir waren jetzt schon Drittklässler, hatte unsere neue Klassenlehrerin Frau Droste aufregende Neuigkeiten für uns, also ich fand sie aufregend. Sie wollten Schulsanitäter ausbilden, die dann auf dem Pausenhof oder beim Sportfest bei kleineren Unfällen helfen oder den Rettungsdienst alarmieren sollten. Das war genau das Richtige für mich: ich konnte das doch schon alles – fast. Eigentlich brauchte ich den Kurs doch gar nicht. Aber am Ende des Kurses würde man eine Urkunde und einen Erste-Hilfe-Kasten und eine Weste mit Namen darauf bekommen. Ich stellte mir vor, wie ich auf dem Pausenhof pausenlos Schüler rettete, einen mit Nasenbluten, zwei mit Prellungen, die beim Fangenspielen zusammengestoßen waren. Und dann rief ich auch noch den Notarzt als beim Turnen jemand vom Kasten gestürzt war und sich den Arm gebrochen hatte. 

 

Ich lief so schnell es ging nach Hause und musste Mama sofort erzählen: „Mama, stell dir vor, ich werde Schulsanitäter, und helfe allen, die in Not sind – mit Weste und Arztkoffer.“ Mama sagte: “Na, das hört sich ja aufregend an, das ist ja genau das Richtige für dich! Wann geht´s denn los?“ „So in zwei Wochen glaube ich“ 

 

 

Amira-Magazin, Sommer 2023 

Pedikulose? Lausiges Wissen? 

Wenn Eltern in einer Art Alarmzustand nach einem Aushang in der Kita oder einem Anruf einer befreundeten Familie – oder noch schlimmer: nach dem Fund einer oder mehrerer Läuse oder Nissen bei dem eigenen Kind – in die Apotheke stürmen und nach Läusemitteln fragen, dann beruhigen wir mit Sachverstand. 

Das Tierchen: Pediculus humanis capitis, die etwa 3 mm kleine Kopflaus, ist ein flügelloses Insekt. Sie krabbelt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 23 cm pro Minute, wenn sie sich an Haaren festhalten kann – zum Vergleich: der menschliche 1500 Meter Weltrekord liegt bei 3 Min 26 Sekunden - eine Laus schafft 1300 Meter in 60 Sekunden. Läuse sind aber auch gut ausgestattet: die drei Beinpaare sind zu Klammerorganen umgebildet, wobei sie sich mit den hinteren Beinen festhalten und mit den vorderen und mittleren vorwärtsziehen. Alle 2-6 Stunden krabbelt die Laus zur Kopfhaut, um eine Blutmahlzeit einzunehmen. Fällt die länger als 55 Stunden aus, zum Beispiel, weil die Laus vom Wirt getrennt wird, so stirbt sie. 

Eine weibliche Laus wird nur einmal in ihrem Leben befruchtet und legt möglichst an der Basis der Haare, etwa 4 Eier – bis zu 30 Tage lang. Aus den Eiern, den Nissen, schlüpfen nach 8-10 Tagen die Larven, die äußerlich fast nicht zu unterscheiden sind von den adulten Läusen. Auch sie saugen schon Blut, verbleiben aber ständig an der Kopfhaut. Bis sie geschlechtsreif sind, dauert es nochmal etwa 10 Tage. Nach etwa einem Monat stirbt eine Kopflaus, aber sie hat unter guten Bedingungen ja auch für reichlich Nachkommen gesorgt. 

Anleitungen zum Auf-sich-acht-geben (Grundschulkinder) – eine Auswahl
-            Natur in der Tasse:  mit Pflanzen heilen 
-            Läuse, Würmer, Zecken – zusammen sind wir
              Ökosystem, aber loswerden müssen wir sie 
              trotzdem
-            Kleine und große Auas – was können wir
              selber tun?
              Brauchen wir Hilfe, und wenn ja: von wem?
-            SoSoSo (Sommer, Sonne, Sonnenbrand):
             gehört das wirklich zusammen? Und wenn nein:
              was kann man tun? 
-            Schäfchen zählen: Alles rund ums Schlafen
-            Bakterien und Viren: Invasion von Millionen.
               Brauchen wir die? Und wenn nein: wie kann man
               sie loswerden?
-            Zähne putzen